Wie Frau Kern zum Kern-Geschäft gekommen ist.

Schwarzwald trifft Nordsee – so fing alles anGrundlagen

Mit 20 Jahren verliebt sich die  Erzieherin Heike Schlegel aus Cuxhaven in den Schwarzwald. Sie zieht nach Freiburg und verliebt sich gleich noch einmal: In den grünäugigen Kurt, einen angehenden Ingenieur, Mopedfahrer und Bücherfan. Er ist hingerissen von der aktiven jungen Frau, die lieber schwimmen geht als Kuchen backt und der man einen Strauß Möhren zum Rendezvous mitbringen kann. Sie heiraten und nennen das erste gemeinsame Kind Christine (statt wie geplant Christian).

Erste WG in Trier | Foto: KERNgeschäft Christine Kern

Studium

Nach dem Abi 1985 beginnt Christine ein Design-Studium an der Fachhochschule Trier. Sie zieht in eine 6er-WG mit allem: Mit schlecht isolierten Dachfenstern, Küchenpartys und  wechselnder Besetzung in der Badewanne. Bereits im Grundstudium stellt sie fest, dass sie eine Stärke fürs Ideen entwickeln hat, das „brav abarbeiten“ ist nicht so ihr Ding.

So wechselt sie nach dem Vordiplom an die Fachhochschule Aachen, wo mehr Wert auf freies und konzeptionelles Arbeiten gelegt wird. Ihr Diplomarbeit schreibt sie im Fach Konzeption & Entwurf, Thema: Redesign für ein Weingut. Erste Berufserfahrung sammelt sie im Nebenjob. Mit einem Kommilitonen konzipiert und produziert sie zweimal pro Woche Veranstaltungskalender und Kulturtipps in der „Annonce Aachen“.

Großstädte und Umbrüche

1996 geht es in die Großstadt. Als eine von drei Grafikerinnen arbeitet sie drei Jahre beim Öko-Test Magazin in Frankfurt. Es sind Zeiten des gestalterischen Umbruchs: Immer seltener wird von Hand illustriert, immer präsenter wird die Arbeit am Computer. Trotz zunehmender Automatisierung vieler Prozesse ist im Editorial Design ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Kreativität gefragt. Häufig haben die Tage nicht genug Stunden, um alles zu lernen, auszuprobieren und zu produzieren.

Düsseldorf ist die zweite Großstadt, die prägend wird. Die Energie der „Nullerjahre“ mit ihren Internet-Startups und Börsengängen elekrisiert die Stadt. Nach wenigen Monaten als Konzeptionerin bei Thyssen Krupps brandneuer Agentur Xtend new media wechselt sie als Art Direktorin in die Neue-Medien-Abteilung der renommierten Verlagsanstalt VVA. In den stürmischen Zeiten der Dot-com-Krise konzeptioniert und entwickelt sie Websites und packt auch beim Quellcode gern mal mit an.

Was Eigenes

Ideen haben, also „Konzeption und Entwicklung“, das ist das, was sie richtig gut kann. Nach 17 Lehr- und Wanderjahren in Agenturen und Verlagen zwischen Aachen, Krefeld, Ratingen, Düsseldorf und Freiburg, nach unzähligen Pizzaecken, Proseccos und Präsentationen fühlt sie sich 2010 reif genug für ihr eigenes Ding.
Sie eröffnet das KERNgeschäft und gründet parallel und gemeinsam mit Mutter Heike den Kindermund Verlag.  Design und Verlag ergänzen sich wunderbar, zumal sie in beiden Bereichen reichlich Berufserfahrung hat.

Wissen weitergebenChristine Kern bei der Projektwoche der AfK Karlsruhe

Im Schuljahr 2015/16 beginnt sie, an einem Berufskolleg, der Akademie für Kommunikation, Unterricht zu geben. Ihr Respekt vor Lehrer:innen wächst dadurch in kürzester Zeit extrem an. Und sie ist fasziniert davon, auf der „anderen Seite“ zu stehen. Das Beste aber ist: Es macht wirklich Spaß, das eigene Kreativ-Knowhow weiter zu geben. So sehr, dass sie in den nächsten Jahren zusätzlich als Grafik-Design Dozentin freiberuflich bei der OfG Online-Schule für Gestaltung arbeitet und auch als Ausbilderin in der Berufsorientierung (IHK) tätig ist.